Den idealen Beruf finden – nach dem Abitur

Gibt es den idealen Beruf?

Hin und wieder hört man jemanden sagen: Ich habe meinen Traumberuf gefunden. Das scheint eine so bemerkenswerte Sache zu sein, dass über solch eine glückliche Person auch gerne mal in den Medien berichtet wird. Vielleicht kennt man sogar einen Menschen mit Traumberuf persönlich. Vielleicht sogar – und das wäre besonders erfreulich – kann man über sich selbst sagen: Ich arbeite in meinem idealen Beruf.

Ja, offensichtlich gibt es so etwas wie den idealen Beruf. 

Gibt es aber auch für jeden Einzelnen von uns den idealen Beruf ? 

Wartet da draußen in der großen Vielzahl der Berufe der genau eine und ideale Beruf auf uns, der uns glücklich macht – und vielleicht obendrein noch ein bisschen wohlhabend?

Wenn man davon ausgeht, dass es für jeden von uns diese wunderbare Möglichkeit gibt, ist ja die nächste Frage: wie findet man eigentlich den idealen Beruf? Und selbst wenn nicht auf jeden von uns ein Traumjob existiert, möchte man doch wissen: gibt es den denn wenigstens für mich?

Diesen Fragen wollen wir hier kurz und gezielt nachgehen.

 

Der ideale Beruf – die Nadel im Heuhaufen

Was man glauben soll

Das Bild von der Nadel im Heuhaufen suggeriert, dass man extrem lange suchen muss, um die Nadel zu finden, weil sie dummer Weise fast unauffindbar verborgen ist. Es suggeriert übrigens auch, dass in dem großen Heuhaufen sich nur eine Nadel befindet, eine ‚einzige‘ Nadel. ‚Nadel im Heuhaufen‘ ist das Bild einer äußerst beschwerliche Aufgabe, einer für einige fast unlösbaren Aufgabe.

Manche Studien- und Berufsberater vergleichen tatsächlich die Suche nach Studium oder Beruf mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Weil man die Nadel selber kaum finden kann, sucht man sie besser mittels eines professionellen Beraters (am Besten mittels des privaten Studienberaters, der das Bild mit dem Heuhaufen und der Nadel zitiert hat). Mit dem würde man auf jeden Fall den einen idealen Beruf finden, die Nadel im Heuhaufen eben. 

Ich halte das für eine die Wahrheit verzerrende Werbe-Masche. Das Bild von der Nadel im Heuhaufen ist viel zu pessimistisch und es verstärkt das Unbehagen derer, die auf der Suche sind.

Außerdem sollte niemand behaupten, er könne für jemand Anderen den Job machen, „einen Traumberuf“ zu finden im Sinne von: die „Nadel erkennen, aufheben und übergeben“.

Was generell optimistisch stimmen sollte, ist die Tatsache, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich mehr als eine Option für den Traumberuf gibt. Dass es also gute Aussichten gibt, eine Erfolg versprechende und erfüllende Aufgabe, einen Traumjob zu finden.

Ein etwas humorvoll gemeinter Kommentar zu der Frage, ob die Suche nach dem Traumjob ein Anderer erledigen kann:  Eine Partner-Vermittlung bzw. ein Partner-Portal kann auch nicht vorhersagen, in wen sich ihr Kunde verlieben wird. Sie hilft sehr bei der Suche, ja, aber verlieben muss der Kunde sich am Ende selbst. Liebe ist nicht berechenbar.

 

Was ein guter Berater wirklich kann

 

Ein guter Berater kann den Ziel-Bereich, in dem sich so etwas wie der Traumberuf finden lässt, systematisch eingrenzen und diesen Bereich treffsicher beschreiben. Und er wird dabei klar machen, dass es sehr wahrscheinlich eben mehr als nur eine Möglichkeit gibt für den idealen Beruf. Er wird aufzeigen, wie der junge Mensch zum Schluss sich seinen idealen Beruf erschließt. Und wie er mit einem guten Gefühl „seine Entscheidung“ trifft. Durch Systematik, Vollständigkeit und Transparenz wird das Unbehagen der Entscheidung für die Studien- und Berufsrichtung Schritt für Schritt beseitigt.

Ein guter Studien- und Berufsberater führt so nah wie möglich heran an ein überschaubares Spektrum an sehr guten beruflichen Möglichkeiten. 

Er zeigt dann den verbleibenden Weg auf und die nötigen Aktivitäten für das finden dessen, was einmal der ideale Beruf bzw. der Traumberuf werden kann.

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Der ideale Beruf – das kann doch nicht so schwierig sein

„Ich nenne dir meine Eigenschaften und du nennst den passenden Beruf“ – ganz so einfach ist das nicht

Wenn eine Person einen Beruf oder ein Studium sucht, die perfekt zu ihr passen, müsste sie ja Folgendes betrachten können:

  1. Welche Eigenschaften, Fähigkeiten etc. habe ich als Person (Personen-Profil)
  2. Welche Eigenschaften, und Fähigkeiten werden für einen bestimmten Beruf bzw. für ein Studium benötigt (Berufsprofil)

Sie bräuchte dann noch eine Art Suchmaschine, die das Profil der eigenen Person mit den Profilen aller Berufe abgleicht und anschließend den passenden Beruf oder die passenden Berufe ausspuckt.

Profile definieren und dann die Suche starten? Geht das so einfach?

Das Profil einer Person lässt sich dank der Instrumente der Psychologie bzw. der Eignungsdiagnostik ziemlich gut ermitteln: Persönlichkeit, Motivation, Interessen, Fähigkeiten etc. etc.

Bei den Berufen wird das Ermitteln eines Profiles aber praktisch unmöglich. Jeder einzelne Beruf wird nämlich von ganz unterschiedlichen Menschen erfolgreich ausgeübt. Ein und derselbe Beruf, zum Beispiel Ingenieur, wird manchmal von eher introvertierten, manchmal von eher extrovertierten Persönlichkeiten praktiziert. Der eine beherrscht logisches Denken exzellent, der andere vielleicht eher durchschnittlich. Letzterer hat dafür mehr Geduld bei bei der Erfassung der Aufgabe. Bei Beiden läuft der Job aber bestens.

Ja, es gibt Merkmale, die für bestimmte Berufe vorteilhaft erscheinen, z.B. sollte ein Arzt einfühlsam sein und Interesse an der Gesundheit von Menschen haben. Aber sollte ein Unternehmenschef das bzgl. seiner Mitarbeiter nicht auch? Und ein Polizist? Und die Architekten bei der Arbeit an einem privaten Wohnhaus?

Die einfache Formel zum Finden des idealen Berufs – leider eine Illusion

Es gibt keine trennscharfen Merkmal-Profile von Berufen zur Ermittlung des passenden Berufs, geschweige denn zur Ermittlung des idealen Berufs. Deshalb gibt es auch keine funktionierenden Suchmaschinen.

Unterschiedliche Menschen können erfolgreich und glücklich arbeiten in ein und dem selben Beruf. Und weil die Berufe so offen sind für unterschiedliche Personen-Profile, ist es zudem sehr wahrscheinlich, dass eine Person in ganz unterschiedlichen Berufen erfolgreich wirken und zufrieden werden kann.

Zielsicher die eine Nadel im Heuhaufen finden, kann niemand, auch nicht der beste Berufsberater. Aus folgenden Gründen: Es gibt den sicheren, zuverlässigen Suchprozess nicht. Und es gibt mehr als eine Nadel.

Beispiel: Partner-Suche in Online-Portalen

Online-Portale zum Finden des Traum-Partners funktionieren so, wie man sich das bei der Suche des Traum Jobs wünschen würde. Auf der einen Seite gibt der Suchende sein Profil ein, auf der anderen Seite der, der gefunden werden will (bzw. ist jeder Teilnehmer Suchender und potenzielles Ziel zugleich). Es geht um den Match zweier Profile.

Der Suchprozess klappt deshalb oft, weil es auf beiden Seiten umfangreiche und klar definierte Profile gibt. Die sind darauf angelegt, miteinander abgeglichen zu werden.

Funktioniert diese Suche immer? Dass man den Traumpartner findet, ist keinesfalls sicher. In wen man sich verlieben schließlich wird, lässt sich nun mal nicht vorab mittels eines Profils voraussagen. Eigene Aktivität ist unumgänglich: Man muss die Person real kennen lernen. Es gibt nämlich so viele Facetten einer Person, die nicht alle vorab vollständig erfasst, abgeglichen und beurteilt werden können. Man muss an dem ‚vorausgesuchten Partner‘ Gefallen finden.

Mit Berufen ist es wohl auch so wie mit möglichen Partnern. Es geht nicht allein darum, ob das Profil passt

Es geht vor allem um Gefallen. 

Und das kann man am besten beurteilen, wenn man den möglichen Partner oder eben den Beruf ’sieht‘ und erfahren kann, ob man sich mit ihm wohl fühlt.

Die Bedeutung des Gefallens ist übrigens einer der vielen Gründe, warum Online-Tests zur Studien- und Berufsfindung nur so wenigen jungen Leuten bei ihrer Suche weiterhelfen. Auch der noch so wissenschaftliche Test nutzt nichts, wenn er die Gefallensfrage nicht lösen kann. Je ‚wissenschaftlicher‘ und umfangreicher ein Online-Test ist, desto nerviger ist es für junge Leute, nach Durchführung zu merken, dass er nicht zum versprochenen Ziel geführt hat.

Den idealen Beruf finden – was ist wirklich möglich und wie geht das?

Glück oder System?

 
Im Lotto zu gewinnen ist reine Glücksache. Den idealen Beruf oder das ideale Studium zu finden ist entweder Glücksache oder das Resultat eines intensiven Prozesses.
 
Vielleicht läuft einem ja jemand über den Weg, den man interessant und sympathisch findet und der einen attraktiven Beruf ausübt. Wenn man das Gefühl hat, diesen Beruf auch selbst ausüben zu können, hat man – mit Glück – eventuell schon seinen idealen Beruf gefunden.

 

Wenn einem so etwas oder Ähnliches leider nicht widerfährt, muss man sich auf die Suche nach dem idealen Job machen. Der Weg dahin ist natürlich gut machbar – aber auch kein ganz leichter Weg, wie wir oben schon erläutert haben.

Den Weg dahin kann man sich auch nicht von einem Berater oder jemand Anderem ‚mal eben‘ und ‚im Vorbeigehen‘ zeigen lassen: man muss selbst einsteigen, man muss mitarbeiten, man muss in einen gewissen Dialog eintreten.

Dieser ‚gewisse Aufwand‘, der mit der Suche verbunden ist, ist oft der Grund, warum junge Leute nicht allein mit der Suche zurecht kommen. Selbst wenn junge Leute sich auf den Weg machen, fehlt dann doch die Sicherheit, das Gefundene zu bewerten und einzuordnen. 

System durch Beratung

Das sind die Vorteile einer guten Beratung:

  1. Systematisch durch den Weg der Suche führen
  2. Den jungen Menschen bei jedem Schritt der Suche motivieren
  3. Die richtigen Fragen stellen und die zielführenden Instrumente zur Hilfe nehmen
  4. Das Gefundene zu bewerten und einzuordnen helfen bzw. gezielte Vorschläge dafür machen
  5. Den Bereich der idealen Berufe oder des idealen Studiums oder der idealen Ausbildung abstecken, genau beschreiben und begründen
  6. Die Maßnahmen und nächsten Schritte aufzeigen, die dem jungen Menschen ermöglichen, seinen idealen Weg zu gehen

Das sind die Inhalte einer guten Beratung:

  • Motivation und Interessen: was motiviert, was interessiert? Was tue ich gerne (Handlungsinteressen), womit beschäftige ich mich gerne (Sachinteressen)? Motivation und Interessen sind die ’nahen Verwandten‘ des Gefallens und der Sympathie – absolut entscheidend für Erfolg und Wohlbefinden in Studium und Beruf. Nichts ist wichtiger für das Finden des ‚richtigen Weges‘.
  • Fähigkeiten, Talente, Begabungen, Potenziale, Kenntnisse: sie sind Hilfsmittel zum Ansteuern des richtigen beruflichen Zielbereiches (vor allem deshalb, weil sie oft mit Motivation und Interessen verbunden sind) und sie dienen dazu, unpassender Bereiche zu meiden (Beispiel: Kein Mathe-Professor ohne besondere Begabung in Mathe).
  • Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit; Ehrgeiz bei dem, was man tut; Selbstdisziplin bei dem, was man tut: diese Dimensionen geben wichtige Hinweise darauf, welchen Stellenwert Motivation/Interessen einerseits und Fähigkeiten/Kenntnisse andererseits bei Berufswahl bzw. Wahl des Studiums einnehmen.

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Den idealen Beruf finden – das ideale Studium finden ohne Beratung: natürlich ist das möglich

Es gibt reichlich Literatur, die dieses Vorhaben unterstützt. Es gibt Online-Tests, die Agentur für Arbeit, die Beratungen der Hochschulen etc.. Es braucht Einsatz, Google-Suche und es braucht ein gewisses Maß an Sicherheit bei der Einschätzung der eigenen Person.

Es ist also möglich. Berufsfindung ist kein Geheimwissen von Beratern.

Wir hatten in unserem Institut einmal eine junge Dame, die sehr vieles von dem, was wir an dem Beratungstag erarbeitet hatten, sich selbst schon im voraus zusammengestellt hatte. Das hat sie am Schluss der Beratung sozusagen aus der Tasche gezogen und uns gezeigt. Wir haben nicht schlecht gestaunt. Und wir haben gemeinsam gelacht. Nur hatte die junge Dame dem, was sie selbst gemacht hat, nicht das nötige Vertrauen schenken können. Sie war am Ende glücklich, dass ihre Selbsteinschätzung weitgehend deckungsgleich mit unserer Einschätzung ausfiel.

Ja, und natürlich gibt es das zitierte Glück, mit dem man den idealen Beruf finden kann. Der Volksmund kennt zudem „das Glück des Tüchtigen“